Eisenbahn und Bahnhof

Im Herbst 1850 gab die Köln-Minden-Thüringer Verbindungs-Eisenbahn den Personenverkehr auf der Bahnstrecke Hamm-Paderborn mit je zwei planmäßigen Zügen frei.

Das Dorf Ehringhausen lag zwar an der Bahnstrecke, war jedoch kein Haltepunkt. Aber die zentrale Lage, Störmede und Langeneicke im Süden, Mönninghausen und Hörste im Norden, bescherte den Einwohnern am 15. November 1881 die Eröffnung des Haltepunktes Ehringhausen.

Schon bald wurde der Ruf von Landwirten und anderen Betrieben, auch aus der Umgebung, nach einem Bahnhof mit Güteranschluss in Ehringhausen lauter. Im Jahre 1910 fasste der Gemeinderat den Beschluss, dem königlichen Eisenbahnfiskus einen einmaligen Zuschuss von 14.000 Mark zu bewilligen, um den Personenhaltepunkt in einen Bahnhof 4. Klasse mit vollem Güterverkehr umzuwandeln. Zwei Jahre später wurden die Arbeiten mit Errichtung der Stellwerke abgeschlossen. 1914 wurde das Bahnhofsgebäude in Ehringhausen gebaut.

Bedingt durch die Kriegszeit kam die Güterabfertigung erst langsam in Schwung, wuchs aber später stetig an, da die Landwirte Saatgut, Futtermittel und Vieh und auch die Betriebe der Nachbardörfer ihre Güter mit der Bahn transportierten. Der Bahnhof war für viele Männer Arbeitgeber, teilweise wurde in 3 Schichten gearbeitet.

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurde der kleine Bahnhof für viele Menschen aus dem benachbarten Ruhrgebiet zum Zufluchtsort, um zu hamstern oder zu „fringsen“ (von Kardinal Josef Frings als erlaubt erklärter Diebstahl von Kohlen).

Die Menschen wurden zunehmend mobil, die Güter verlagerten sich von der Schiene auf die Straße und das Bahnhofsgebäude wurde im Jahre 1967 abgebrochen. Die Dieselloks ersetzten von nun an die Dampflokflotte der DB.

Im Jahre 1993/94 wurde die Bahnstrecke Hamm-Paderborn ausgebaut und am 28.Mai für eine Geschwindigkeit von 166 km/h freigegeben. Die Gebäude der Güterabfertigung blieben bis zum Jahre 2004 jedoch als Bauruinen stehen und wurden im Zuge des Streckenausbaus abgebrochen. Ebenso wurde das Abstellgleis entfernt. 2005 wurde die Eisenbahn-Schnellstrecke für IC, EC und ICE freigegeben.

Heute erfreut sich der Bahnhof wieder wachsender Beliebtheit. Im Halbstundentakt kann man in beide Richtungen fahren. Zurzeit ist eine Bike- and Ride-Anlage am Bahnhof in Planung.

Das Bahnhofsgebäude (1914-1967)

Güterabfertigung und Stellwerk