Alte Schule

Lageplan der Schulgebäude in Ehringhausen

1 – Schulgebäude von 1840

Bis zum Jahre 1790 fand in Ehringhausen kein Schulunterricht
statt. Die Kinder wurden von Ordensfrauen
aus dem Kloster Nazareth auf einem alten Speicher auf
dem Helpmannschen Hofe, heute Beine, unterrichtet.
Ab 1790 unterrichtete der Schuhmacher Hille († 1816) die
Ehringhauser Kinder. Schulstube, Werkstatt und auch
eine Schankstube waren in seinem Haus in einem Raum
untergebracht. 1817 wurde Anton Temme († 1859) von
der königlichen Regierung als Lehrer eingestellt. Er war
ebenfalls als Schuhmacher tätig.

Das alte Schulgebäude von 1840 wurde als Schulungsraum
der SA genutzt und diente im Krieg als Unterkunft für Evakuierte
und Flüchtlinge, bevor es 1954 abgerissen wurde. Ab
1946 hieß die Schule „Katholische Volksschule Ehringhausen“.
Schon bald reichte der vorhandene Klassenraum nicht
mehr aus, da die Schülerzahl aufgrund der Ostfl üchtlinge auf
95 Kinder anstieg. 1947 wurde daher eine zweite Lehrerstelle
eingerichtet und der Unterricht fand abwechselnd morgens
und nachmittags statt. 1949 – 1950 erfolgte die Aufstockung
der Schule. Die Kosten beliefen sich auf 32.000 Mark. 1962
wurde die Erweiterung der Schule mit Keller gebaut.

1840 wurde ein neues Schulhaus gebaut (s. Lageplan ).
Dieses befand sich neben der alten Kapelle in Müllers
Garten am Triftweg. Durch unentgeltliche Arbeitsleistungen
konnten die Kosten auf 1100 Taler reduziert werden.
1859 übernahm Theodor Pitz aus Rindern, Kreis Geldern,
die Lehrerstelle. Er war gelernter Schneider und absolvierte
1857 seine Lehrerprüfung. Er arbeitete als Hauslehrer
bei Familie Thiemann-Schulte, bevor er die Nachfolge
von Lehrer Temme antrat. Lehrer Pitz unterrichtete bis
1903 an der Dorfschule. Ihm folgte Lehrer August Wilmes
aus Altengeseke bis zum Jahre 1936, anschließend Lehrer
Asmuth, Lehrer Hilleke und Fräulein Forthaus.

Nach der Auflösung der Schule im Jahre 1972 stand ein Teil des ehemaligen Schulgebäudes zunächst leer, bevor es dann als „Vereinshaus Alte Schule“ genutzt wurde. Die Räumlichkeiten dienten den ortsansässigen Vereinen für Proben, Versammlungen und Feste und auch als Lagerfläche. In der oberen Etage gab es sogar einen Luftgewehrschießstand für den Sportschützenverein.

1937 erfolgte dann der Bau einer einklassigen Schule mit
angrenzendem Lehrerhaus und Turnhalle (s. Lageplan ).
Als Standort diente der südliche Bereich des heutigen
Jakobusplatzes. Die Turnhalle war im Dritten Reich sehr
wichtig, denn sie diente als Stätte für körperliche Ertüch-
tigung. Das Projekt kostete 52.000 Mark. 1938 wurde die
Schule in Betrieb genommen.

2021 wurde die Alte Schule abgerissen, um das benachbarte
städtische Familienzentrum erweitern zu können.
Die Vereine fanden in dem neu gebauten Zentrum Dorf-
Z.I.E.G.E. eine neue Heimat. Dort fand auch die Wanduhr
von ca. 1950, die in die Außenfassade der Alten Schule
eingelassen war, einen neuen Platz in der großen Halle.

Lehrer Pitz mit Ehefrau

2 – „Alte Schule“ bis 2021

Lehrer Pitz mit Ehefrau
Lehrer Pitz mit Ehefrau